Gerüchte über Igel

Der Igel ist ein Tier, das jeder schon von klein auf aus zahlreichen Geschichten, Liedern und Märchen kennt und das jeden fasziniert. Kinder wissen bereits, dass der Igel sich friedlich gegen Feinde wehrt, indem er sich zur Kugel einrollt. Allerdings gibt es nur wenige Menschen, die einen Igel in der freien Natur erlebt haben. Dies ist wohl auch ein Grund, weshalb es zahlreiche Gerüchte über den Igel und seine Fähigkeiten gibt. 

Bereits im Märchen vom "Wettlauf zwischen Has' und Igel" wird der Igel als clever dargestellt. Nur durch die List seine Frau in derselben Kleidung an das Ziel zu stellen, gewinnt er die Wette mit dem Hasen, der sich zu Tode rennt. Andere Gerüchte besagen, dass Igel nachts Kühe melken, was schon allein aufgrund der Größe eines Igels absurd ist. Es kann natürlich vorkommen, dass eine liegende Kuh ein paar Tropfen Milch verliert, die der Igel gerne aufschleckt, doch zuviel Milch würde den Igel töten oder zumindest starken Durchfall hervorrufen. Andere wiederum behaupten, Igel würden Hühner umbringen, aber ein Igel ist ja nicht einmal fähig eine gesunde Maus zu erwischen. Wie sollte so ein Tier also ein Huhn erlegen? Solche Gerüchte führen zur Verfolgung des harmlosen Igels in manchen Gebieten. 

Allgemein ist die Gesinnung gegenüber Igeln jedoch positiv. Dies zeigen bereits Bilder, die in ägyptischen Grabkammern gefunden wurden und phönizische Igelplastiken, die aus dem ersten vorchristlichen Jahrtausend stammen. 

Zudem wollte man Igel als Giftschlangenbekämpfer einsetzen, weil sie Gift in hohen Mengen überleben und bei Auseinandersetzungen mit Giftschlangen selten den Kürzeren ziehen. Dies wurde in furchtbaren Versuchen getestet, bei denen Igel mit Giftschlangen zusammengesperrt wurden, bis einer von beiden starb. Jedoch gab es dazu nicht nur Versuche, sondern auch Wetten, die sogar an der Tagesordnung standen. Oft gewann dabei der Igel, starb jedoch mehrere Tage später doch noch an den Folgen des Schlangengiftes.

Außerdem sollen Igel reife Früchte auf ihren Stacheln als Wintervorrat ins Nest transportieren. Das kann nicht der Wahrheit entsprechen, da Igel den Winter im Winterschlaf verbringen und deswegen keinen Vorrat benötigen, im Gegensatz zu manch anderen Tieren. Es muss also ein großer Zufall sein, wenn man einen Igel tatsächlich mit Obst auf dem Rücken beobachtet. Normales Obst rollt nämlich bei der kleinsten Bewegung des Igels nach unten. Lediglich faules Obst, das weich genug ist, kann haften bleiben. Auf jeden Fall trägt sicher kein Igel absichtlich Obst auf dem Rücken.

Interessant ist zudem die Behauptung, dass es zwei Igelarten gibt, den "Hundsigel" und den "Schweinsigel, der auch "Swinegel" genannt wird. Der "Hundsigel" soll eine steile Stirn haben, der "Schweinsigel" hingegen eine flache Stirn. Ersterer besitzt eine stumpfe Schnauze und letzterer eine spitze Schnauze. In Wahrheit handelt es sich um denselben Igel, einmal im erschreckten Zustand mit aufgerichteten Stirnstacheln und eingezogenem Kopf (linkes Foto) und das andere Mal im wissbegierigen Zustand mit angelegten Stacheln und vorgestrecktem Kopf (rechtes Foto).