Parasitenentfernung

Möchte man einem Igel helfen und nimmt ihn ins Haus, dann fällt einem schnell auf, dass sich auf dem Tier etwas bewegt. Diese Parasiten sind Außenparasiten (Ektoparasiten). Hierzu gehören der Igelfloh, Zecken, Milben und Schmeißfliegen. Der Igelfloh geht nicht auf den Menschen und auch nicht auf Haustiere. Springt dennoch ein Floh auf einen Hund oder eine Katze über, ist dies wahrscheinlich ein Hunde- oder Katzenfloh, der auf seinen richtigen Wirt überspringt. Der Igelfloh hingegen beißt nur gelegentlich andere Tiere als den Igel, verlässt diese aber sehr schnell wieder. Findet ein Massenbefall mit diesen Schmarotzern statt, so kann dies zu starkem Blutverlust und in Folge davon zu Anämie führen. Zecken lassen sich liebend gerne am Bauch, hinter den Ohren und an der Schwanzbasis nieder, sind jedoch auf allen Körperteilen des Igels zu finden. Fliegen sind vor allem für schwache oder kranke Igel gefährlich, da sie ihre Eier in Wunden und andere feuchte Körperstellen, wie beispielsweise Augen oder After, legen. 

Gegen die meisten der Ektoparasiten hilft ein Flohspray für Hunde oder Katzen (kein anderes Insektenspray), mit dem man den Igel einsprüht, wobei man darauf achten muss, dass der Kopf des Tieres mit einem Tuch abgedeckt ist, damit nichts in die Augen gerät. Nun muss man zusätzlich noch die Zecken entfernen, die durch das Flohspray nicht entfernt wurden. Man zieht diese einfach direkt mit der Pinzette oder einer extra Zeckenzange raus. Fliegenmaden, die sich in Wunden aufhalten, müssen ebenfalls mit der Pinzette entfernt werden! Am besten ist es jedoch mit dem befallenen Tier zum Tierarzt zu gehen, der gegen eventuell verbliebene Maden ein Mittel spritzen kann. Bei einem Befall mit Milben ist unbedingt der Tierarzt aufzusuchen oder eine Igelstation, da Ansteckungsgefahr besteht.

Die Innenschmarotzer (Endoparasiten) sind schwieriger zu beseitigen. Ihnen gehören die Coccidien, Fadenwürmer und Darmwürmer an. Coccidien führen bei Massenbefall zu blutigem Durchfall, und in schlimmen Fällen zu Lähmungserscheinungen. Fadenwürmer, auch Nematoden genannt, besitzt fast jeder Igel. Als besonders gefährlich gelten der Igellungenwurm und der Lungenhaarwurm. Sie rufen einen Husten hervor und gelegentlich ein rasselndes Atemgeräusch.  Beispiele für Darmwürmer sind der Darmhaarwurm und der Darmsaugwurm. Sie erzeugen ebenfalls blutigen Durchfall und können zum Tod des Tieres führen. Leidet der Igel also unter blutigem Durchfall, sollte unbedingt eine Kotprobe genommen werden und dem Tierarzt zur Untersuchung gebracht werden. Allerdings sollte in jedem Fall bereits bei der Aufnahme eines Igels eine Kotprobe genommen werden. Dass der Igel von einem Bandwurm befallen ist, kann man sogar selbst erkennen, was allerdings recht selten vorkommt. Und zwar befinden sich im Kot kleine reiskorngroße, weiße Teile. Das sind Vermehrungsglieder des Bandwurms, und sie bewegen sich bei näherem Hinschauen. Am besten ist das Tier bei starken Rasselgeräuschen und bzw. oder Husten zum Tierarzt tragen. Generell gilt, dass Laien jeden krank erscheinenden oder verletzten Igel zum Tierarzt (oder einer Igelstation) bringen sollten, da sich diese eher damit auskennen und schnelle Hilfe leisten können.