Unterbringung

 

Temperatur

Große Igel, die vermutlich in den Winterschlaf fallen bzw. Igel, die aus dem Winterschlaf gerissen wurden, benötigen kühlere Räume als kleine Igel (bis etwa 600gr), die den Winterschlaf nicht antreten dürfen, da sie diesen unter keinen Umständen überleben würden. Für schwache, kleine und kranke Igel sollte die Raumtemperatur zwischen 18° und 20°C betragen. Dieser Wert muss allerdings am Boden gemessen werden, wo sich die Igel aufhalten. Zudem darf der Igel nicht im Zugluftbereich untergebracht werden, was mit einer brennenden Kerze leicht nachgeprüft werden kann. Allgemein sollte der Raum zwar warm sein, aber nicht heiß und vor Feuchtigkeit geschützt. Ideal sind meist Heizungsräume und für diejenigen, die der Geruch von Kot und die Schäden an Tapeten und Möbeln nicht sehr stört, kann auch ein normales Zimmer empfohlen werden. Igel, die sicher aus dem Winterschlaf geweckt wurden und kräftig genug sind diesen erneut anzutreten (über 600gr wiegen), können in einem abgeteilten Kellerbereich, auf der Terrasse oder aber auf einem ringsrum abgeschlossenen Balkon untergebracht werden. Auf keinen Fall in warmen Räumen. Igel sollen wegen der unangenehmen Geruchs niemals im Ölkeller oder der Garage untergebracht werden. Zudem besteht bei beiden die Gefahr, dass der Igel aus seinem Gehege ausbricht und vielleicht Benzin, Öl, Terpentin usw. aus Neugierde ableckt und daran eingeht.

 

 

Bau eines Igelgeheges

Nimmt man Igel in die Wohnung muss man darauf achten, dass ihnen genügend Platz zur Verfügung steht und wenn man mehrere Tiere aufnehmen möchte, muss man zudem auf das Geschlecht (siehe "Anatomie") achten, da man nur gleichgeschlechtliche Igel in einem Raum unterbringen darf. Allerdings muss man dabei beachten, dass zwei Igel doppelt soviel Platz benötigen wie ein einzelner, der 2-3qm Lauffläche benötigt. Zudem muss man bei der Haltung mehrerer Tiere in einem Raum genau darauf achten, ob sich die Tiere auch vertragen und bei der kleinsten Reiberei muss man die Tiere trennen, bevor schlimmeres passiert. Bei der Auslaufmöglichkeit sind verschiedene Dinge wichtig. Erstens sollte eine Umzäunung mindestens 40cm hoch sein und nicht aus Draht bestehen, an dem sich Igel leicht verletzen können. Zudem muss die Fläche regelmäßig gereinigt werden, damit sich keine Bakterien vermehren. Freilauf in Wohnräumen ist gut gemeint, aber unhygienisch und deshalb soll der Igel in seinem Gehege bleiben. Außerdem ist die Verletzungsgefahr bei frei herumlaufenden Igeln in der Wohnung extrem groß, da sie schnell übersehen werden oder sich irgendwo einklemmen können.

Neben dem Auslauf benötigt der Igel ein Schlafhäuschen, in das auch die Futter- und Wasserbehälter, am praktischsten sind Schüsseln für Katzen oder Hunde, gestellt werden. Dieses Häuschen kann leicht selbst gebaut werden. Ich habe für mein Igelheim etwas größere Maße genommen und halte diese aus Erfahrung für besser, als die in der Literatur angegebenen. Am besten verwendet man für das Schlafhäuschen Regalbretter, da diese später leichter sauber zu halten sind. Die Bretter sollten die Maße 40x80cm besitzen. Man braucht 5 Stück. Zuerst sägt man ein Brett in der Mitte auseinander und in eine der beiden Hälften sägt man ein 12x12cm großes Quadrat, das später als Eingang für den Igel dient. Anschließend feilt man alle Sägstellen glatt, damit sich das Tier nicht verletzt. Diese Bretter werden so zusammengebaut, dass unten ein Regalbrett liegt (man kann unten auch offen lassen und den Boden, auf dem das Häuschen steht mit Zeitungen abdecken), dann an den Längsseiten jeweils ein Regalbrett aufgestellt und auf die kurzen Seiten die beiden Regalseitenhälften, wobei der gesägte Eingang nach unten gehen muss. Das ganze sieht also aus wie eine rechteckige Kiste, die nach oben offen ist. Anschließend legt man ein Brett auf die Konstruktion. Da durch die gegebenen Maße die kleinen Seiten etwas höher als die anderen stehen, ist ein Luftspalt entstanden. Durch diesen Luftspalt erhält der Igel Luft und man selbst kann das Tier gut ohne Störung beobachten.

Um ein Abrutschen des oberen Brettes in das Häuschen zu verhindern, gibt es mehrere Möglichkeiten. Am praktischsten hat sich das Befestigen von Winkeleisen an beiden Seiten erwiesen, weil man das Brett beim Abnehmen gut irgendwo abstellen kann. Ist man mit dem Bauen fertig, sollte man Zeitungen auslegen, da Igel beim Fressen viel Dreck hinterlassen und somit die Säuberung erleichtert wird. Durch eigene Erfahrungen habe ich das schnell gelernt. Schließlich fehlen nur noch die Schälchen mit genügend Wasser und Futter und der Karton zum Schlafen. Diesen sollte man wechseln, sobald er mit Kot beschmiert ist. Auch in den Karton muss man einen Eingang mit den Maßen 12x12cm schneiden. Außerdem füllt man ihn mit zerknüllten Zeitungen, die man täglich wechseln sollte, wenn sie schmutzig sind. 

Allerdings reicht bei wenig Platz auch ein Karton als Schlafhaus aus, da das eben beschriebene Häuschen sehr viel Pflege jeden Tag benötigt und zudem noch platzraubend ist. Benutzt man nur einen Karton als Schlafhaus gehören Futter- und Trinkgefäss in den Auslauf und nicht in den Karton, den man ja nicht abwischen kann. 

Jedoch ist das selbstgebaute Schlafhaus auf jeden Fall sehr gut als Schlafhaus für den Winterschlaf geeignet. Wenn der Igel Winterschlaf hält legt man zerknüllte Zeitungen vor den Karton im Häuschen, damit man sieht, ob sich der Igel bewegt hat. Das heißt man wirft täglich durch den Luftspalt einen Blick in das Haus und wenn die zerknüllten Zeitungen bewegt wurden, hat der Igel seinen Winterschlaf entweder beendet oder unterbrochen und man muss ihm unbedingt Futter anbieten.