Zeitpunkt
Wie bei den "gesetzlichen Bestimmungen" bereits aufgeführt ist es laut Bundesnaturschutzgesetz verboten ein Wildtier als Haustier aufzunehmen. Hilft man einem Igel also durch den Winter, ist man gesetzlich dazu verpflichtet ihn im Frühjahr wieder in die Freiheit zu entlassen. Ein genaues Datum kann man nicht angeben, da es auf die Witterungsverhältnisse ankommt. Meist ist die ideale Temperatur jedoch Anfang Mai erreicht. Generell kann man sich daran halten, dass die Nachttemperaturen nicht mehr unter +10°C absinken und die natürliche Nahrung des Igels bereits vorhanden ist.
Hält der Igel zum Zeitpunkt der perfekten Aussetzbedingungen noch Winterschlaf, darf man das Tier nicht wecken. Einen Igel, der Winterschlaf gehalten hat, darf man nicht sofort nach dem Erwachen aussetzen, weil er sonst durch seinen Gewichtsverlust jämmerlich verhungern würde, da er im Winterschlaf etwa 1/3 seines Gewichtes verloren hat und erst wieder auf sein Einschlafgewicht hochgefüttert werden muss, zumal Igel nach dem Auswildern nochmals ca. 1/4 bis 1/3 ihres Gewichtes verlieren. Meistens entspricht das Einschlafgewicht auch dem Normalgewicht eines Igels. Man muss so ein Tier also noch etwas anfüttern vor dem Wiederauswildern. Zudem muss der Igel zum Aussetzen gesund und wohlgenährt sein. Kranke Tiere, die gesund gepflegt worden sind, können das ganze Jahr wieder in die Freiheit entlassen werden, abgesehen vom Winter. Vor Wintereinbruch sollten sie das nötige Gewicht haben, um den Winterschlaf antreten zu können.
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Ort
Neben den Witterungsverhältnissen und den Zustand des Igels gibt es noch einen weiteren Punkt den man beim Aussetzen des Tieres beachten muss, nämlich die Frage wo sich der ideale Lebensraum für den Igel befindet. Man sollte den Igel an seinen Fundort zurückbringen, der meist ein geeignetes Igelbiotop ist, aber nicht immer. Hat man das Tier auf einer Strasse, in der Nähe einer Autobahn oder Schnellstrasse oder in einem anderen ungeeigneten Gebiet gefunden, sollte man den Igel an einem anderen Ort in die Freiheit entlassen. Um dem Igel die Eingewöhnung (z.B. Erforschen des Reviers) zu erleichtern, sollte man noch ca. 2 Wochen zufüttern. Wenn der eigene Garten etwa als Igellebensraum tauglich ist, dann sollte man diesen einem anderen Ort vorziehen.
Der Garten kann sogar für Igel tauglich gemacht werden, indem man ihm Unterschlupfmöglichkeiten wie Laubhaufen anbietet und auf Schädlingsbekämpfungsmittel verzichtet. Ist der eigene Garten ungeeignet, so muss man ein passendes Igelbiotop finden. Wie der Lebensraum eines Igels aussieht, wurde bereits im "Lebensraum" beschrieben. Zudem sollte das Tier die Möglichkeit besitzen, einen Fortpflanzungspartner zu finden, d.h. es darf nicht in einem kleinen, für Igel undurchlässigen Zaun eingesperrt werden. Weitere nicht geeignete Orte für das Aussetzen sind Feuchtgebiete, Wald, Heidegebiete oder gar Hochwald.